Amen Shamim, Postdoktorandin am Manchester Cancer Research Centre, wurde kürzlich mit dem Don Whitley Scientific (DWS) Reisestipendium ausgezeichnet. Mithilfe dieser Förderung konnte sie ihre Forschung auf dem Festival of Genomics in London präsentieren. Dort stellte sie ihre Arbeiten zur Tumorhypoxie und deren Einfluss auf das Ansprechen auf Chemo- und Strahlentherapie vor, wobei die Whitley H35 Hypoxystation eine zentrale Rolle in ihrer Forschung spielt.
Wir haben Amen gebeten, uns mehr über ihre Arbeit zu erzählen:
Ich bin Amen Shamim, Postdoktorandin am Manchester Cancer Research Centre der Universität Manchester in Großbritannien, wo ich das Glück habe, im Labor für translationale Radiobiologie mit dem Team von Prof. Ananya Choudhary zusammenzuarbeiten.
Meine Forschung konzentriert sich auf die Biologie der Tumorhypoxie und deren Einfluss auf das Ansprechen auf Chemotherapie und Strahlentherapie. Ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit ist die Identifikation neuer hypoxieassoziierter Biomarker und molekularer Signaturen, insbesondere bei muskelinvasiven Blasenkrebs (MIBC) und beim Prostatakrebs. Mithilfe genomweiter und auf die Tumormikroumgebung fokussierter Ansätze untersuchen wir, wie Hypoxie das Tumorwachstum, genomische Instabilität und Therapieresistenz vorantreibt. In letzter Zeit konzentriert sich unsere Arbeit darauf, zu definieren, wie das Immunprofil und die Hypoxie die Aggressivität von MIBC verstärken und die Wirksamkeit der Behandlung einschränken.
Die neoadjuvante Chemotherapie (NAC) ist mittlerweile ein zentraler Bestandteil multimodaler Krebstherapien, mit dem Ziel, die Tumorlast zu reduzieren, chirurgische Ergebnisse zu verbessern und mikrometastatische Erkrankungen zu beseitigen. Trotz nachgewiesener Vorteile bei verschiedenen soliden Tumoren ist das Ansprechen der Patienten nach wie vor sehr unterschiedlich. Das Verständnis, wie die Tumormikroumgebung, insbesondere die Hypoxie, das Ansprechen auf die Behandlung beeinflusst, ist eine entscheidende Herausforderung.
In unserer aktuellen Studie wollen wir die Tumormikroumgebung (TME) vor der Behandlung (Baseline) und nach der Chemotherapie bei muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC) charakterisieren, wobei der Schwerpunkt auf der Infiltration von Immunzellen und der durch Hypoxie vermittelten Immunsuppression liegt. Durch die Aufklärung des dynamischen Zusammenspiels zwischen Hypoxie und Immunumgehung möchten wir verstehen, wie Hypoxie zur Therapieresistenz beiträgt. Diese Erkenntnisse könnten die Entwicklung neuer Kombinationstherapien unterstützen, die darauf abzielen, die Immunogenität zu erhöhen und gleichzeitig immunsuppressive Barrieren zu überwinden. Langfristig könnten unsere Ergebnisse die Patientenstratifizierung verbessern und das Ansprechen auf eine NAC verbessern, wodurch der Weg für effektivere präzisionsmedizinische Ansätze beim MIBC geebnet wird.
Unsere Arbeit in der translationalen Radiobiologie zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen und die Entwicklung prädiktiver Biomarker sowie personalisierter Therapiestrategien voranzutreiben.
Ich möchte mich ganz herzlich bei DWS für die Verleihung dieses Preises bedanken. Das DWS-Reisestipendium ermöglichte mir die Teilnahme am Festival of Genomics 2026 in London, wo ich die Gelegenheit hatte, meine Arbeit einer multidisziplinären Forschungsgemeinschaft vorzustellen. Diese Unterstützung war von unschätzbarem Wert für den Fortschritt meiner Forschung, die Förderung fruchtbarer Diskussionen und den Aufbau zukünftiger wissenschaftlicher Kooperationen.
AT


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